Freigehege für Schildkröten

Warum ein Freigehege?

Schildkröten sind wildlebende Tiere die vom Menschen „eingesperrt“ werden. Sie leben in freier Natur, deswegen sollten sie bei einer artgerechten Haltung lediglich in einem Freigehege unter kommen. Wie auf meiner Startseite bereits erwähnt sind Schildkrötengehege nur als kurzfristige Lösung anzusehen. Keines Falls als Dauerunterkunft! Ein Schildkrötengehege sollt immer mit einem Freigehege gepaart sein, damit das Tier eben genug Platz hat. Das beste, was man einer Schildkröte antun kann ist immer noch das Freilassen in von ihr heimischen Gebiete…

Was ist das überhaupt?

Wie bereits beschrieben ist ein Freigehege, ein Gehege, was den natürlichen Bedingungen einer Schildkröte am nächsten kommt. Es liegt im freien, hat also keine Bedachung (zumindest nicht über dem ganzen Gehege). In einem solchen Gehege wir darauf geachtet, dass die von der Schildkröte heimischen Voraussetzungen so gut wie nur möglich gegeben sind. Somit ist diese Art der Haltung die artgerechteste. Sie ist dadurch aber auch die aufwändigste und teuerste Form der Unterbringung einer Schildkröte in die deutsche Klimazone.

Zu unterscheiden ist noch zwischen Wasser- und Landschildkröten, wobei ich in diesem Beitrag lediglich auf die Landschildkröte eingehe.

schildkroetengehege Freigehege natur

 

Naturnah“ ist das Stichwort!

Dieser Punkt ist glaube ich selbsterklärend. Da die klimatischen Bedingungen hier in Deutschland stark von denen im südlicherem Raum abweichen, muss einiges investiert werden, um ein naturnahes Freigehege zu errichten. Falls dies nicht getan wird, kann es zu Fehlbildung, Krankheit oder sogar zum Tod deiner Schildkröte führen.

Deshalb solltest Du dich ausreichend über die natürlichen Gegebenheiten von deiner Schildkrötenart informieren und demnach das Freigehege gestalten.

Die Größe und der Standort des Freigeheges

Bei der Größe gibt es keinen Richtwert, denn dieser wäre von der Art deiner Schildkröte abhängig. Aber wenn ich Dir jetzt schon einen Tipp geben kann: Mache dein Freigehege so groß wie Möglich!

Da eigentlich nur ein Garten ausreichend Platz bietet, sollte eine Schildkröte auch nur angeschafft werden, wenn ein solcher auch vorhanden ist. So 15 qm sollten mindestens vorhanden sein, aber je größer, desto besser (bei mehreren Tieren muss die Mindestgröße natürlich auch angepasst werden). Du darfst nicht vergessen das auch noch einiges ins Gehege hinein muss. Platz für eine Wasserstelle, Klettermöglichkeiten, ein Schildkrötenhaus (Frühbeet), ein Schildkrötengehege, um nur ein paar Dinge zu nennen.

schildkroetengehege freilandgehege für schildkroeten

Schildkröten kommen ja ursprünglich aus wärmeren Klimazonen, wo auch deutlich öfter die Sonne scheint, als hier in Deutschland. Dadurch ist die Standortwahl relativ klar: Nur der sonnigste Platz in deinem Garten kommt in Frage. Falls du jetzt Angst hast, dass deine Schildkröte austrocknet, kann ich dich beruhigen. Wenn du deinem Panzertier eine artgerechte Umgebung schaffst, wird es genug Schattenplätze geben, wo die Schildkröte sich verstecken kann. Auch scheint die Sonne hier in Deutschland nicht all zu stark, wie zum Beispiel in Griechenland.

 

Die Umrandung

Umrandung dienen grundsätzlich als Schutz für die Schildkröten. Denn falls ihnen keine Begrenzung gesetzt ist, kann es schnell passieren, dass sie ausbüchsen. Deshalb muss Du dafür sorgen, dass eine gewisse Umrandung vorhanden ist. Bei der Höhe sind dir eigentlich keine Grenzen gesetzt. Dass der Zaun nicht zu niedrig sein darf, hast du dir mit Sicherheit schon gedacht. Auch hier kommt es auf die Schildkrötenart und ihre Größe an. Die Schildkröte darf nicht in der Lage sein über den Zaun zu klettern. Versuche deshalb Klettermöglichkeit o.ä. Nicht zu nah an der Umrandung zu platzieren. Somit ist ausgeschlossen, dass deine Schildkröte durch eine „Brücke“ über den Zaun klettert. Auch sollte auf eine gewisse Tiefe der Umrandung geachtet werden, damit ein Untergraben der Mauer verhindert wird.

Schildkroetengehege freilandgehege rasenkanteBei der Wahl des Werkstoffs und der Anordnung der einzelnen Elemente sind dir keine Grenzen gesetzt. Achte lediglich darauf, dass die Umrandung lückenlos ist. Am schönsten sind mit Sicherheit natürliche Begrenzungen, wie zum Beispiel Steine, Holzstämme oder steile Erdhügel. Aber auch künstliche Umrandungen können sich sehen lassen und bieten einen guten Schutz. Rasenkanten oder Pflanzsteine sind hier sehr praktisch. Letztere kann man gleichzeitig perfekt als Kräuterbeet benutzen. Stabil sollte die Umrandung ebenfalls sein, damit sie Wind und Wetter, aber auch den Kräften deiner Schildkröte standhält. Manchmal kann es nämlich vorkommen, dass die kleinen Reptilien versuchen die Barriere zu durchbrechen (oder an ihr hoch zu klettern).

Wenn du den Platz hast, kannst du auch deinen ganzen Garten zum Freigehege machen. Sitzmöglichkeiten und so weiter werden dann in den Schildkrötenpark mit eingebunden. Natürlich musst Du dann darauf achten, wo du deinen nächsten Schritt hinsetzt, damit es nicht zu verletzten kommt! Aber auch der Gartenzaun darf dann keine Lücken aufweisen, damit ein entfliehen verhindert wird.

Das „Innenleben“

Dieser Bereich ist ziemlich groß und wird in einem anderen Beitrag noch genauer behandelt. Ich werde aber trotzdem schon einmal grob auf die Gestaltung eingehen. Genau wie beim Rest des Freigeheges sollte auch dieser Bereich so natürlich wie möglich gestaltet werden. Ein Blick in die Lebensräume einer Schildkröte kann sehr aufschlussreich sein. Kalkhaltiger Boden, ausreichend Futterpflanzen, Klettermöglichkeiten, Hindernisse, Unterschlüpfe, Büsche, um nur ein paar der Dinge zu nennen, die in jedem Freigehege für Schildkröten zu finden sein sollten. Ein Schildkrötenhaus, was vor allem als Unterschlupf und Überwinterungsstätte dient, darf auch nicht fehlen.

Abwechslung ist hier das A und O. Versuche es der Schildkröte so angenehm, aber gleichzeitig auch herausfordernd, wie möglich zu machen. Wie schon gesagt, sind Schildkröten wilde Tiere und sollten deshalb auch am besten eine wilde Umgebung haben.

Materialienliste für den Bau

Damit es Dir beim Bau deines Freigeheges noch was einfacher gemacht wird, habe ich dir mal die wichtigsten Materialien aufgeschrieben:

Die meisten Dinge findest du in jedem gut sortierten Gartencenter.

 

 

Um dir noch einen guten Überblick zu schaffen, was denn alles nötig für eine artgerechte Hatung ist, empfehle ich noch folgende Lektüre:

BUCHTIPP

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Kalk für deine Schildkröte

Wieso brauchen meine Schildkröten Kalk?

Kalk ist eines der wichtigsten Nährstoffe für die Schildkröte. Wie beim Menschen die Knochen, bestehen auch die Panzer deiner Schildkröte aus Kalzium. Da der Körper deiner Schildkröte dieses Mineral nicht selber herstellen kann, muss es ihr von außen hinzugefügt werden. Dies passiert durch die Nahrungsaufnahme.

 

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Wichtig ist nun zu wissen, dass die Vorfahren deiner Schildkröte ursprünglich aus südlicheren Ländern stammen. Diese Länder haben von Natur aus sehr kalkhaltige Böden. Da Schildkröten viel Nahrung vom Boden fressen, nehmen sie dabei immer etwas Kalk zu sich.

Schildkröten schlucken manchmal sogar kleine Steine, die ihnen bei der Verdauung helfen (als eine Art Zerkleinerer im Magen). In ihrer natürlichen Umgebung enthalten diese Steine sehr viel Kalk. Es unterstützt die Panzerbildung, vorallem bei jungen Tieren. Bei weibchen Schildkröten hilft es außerdem bei der Entwicklung der Eierschalen. Wenn ein Kalkmangel besteht, kann es unter anderem zu einer Fehlentwicklung des Panzers deiner Schildkröte kommen.

Was ist Kalk überhaupt?

 

Es gibt verschiedene Arten von Kalk, da dieser Begriff in verschiedenen Bereichen verwendet wird. Das Kalk, das uns zu interessieren hat, besteht aus Kalziumkarbonaten (CaCO3). Wie der Name schon sagt, sind das Mineralien, die aus Kalzium (Ca) und Kohlensäure (CO3) bestehen. Kalzium ist der wichtigste Baustein für Knochen und Panzer und muss daher Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein, auch bei deiner Schildkröte. Beispiele für diese Kalziumkarbonate sind Aragonit und Kalzit.

So machst du das Kalk verträglich für deine Schildkröte!

Wie schon erwähnt, ist es am besten, wenn deine Schildkröte das Kalk über die Nahrung aufnimmmt. Wichtig ist, dass deine Schildkröte ausreichend Zugang zu dem Kalziumkarbonat hat. Entweder geschieht es durch eine Kalkung des Bodens oder als direktes Nahrungsmittel.

Bei der Bodenkalkung kann zum Beispiel Dolomitkalk gesträut werden. Dadurch wird eine schildkroetengehege sepiaschalen 2natürliche Umgebung geschaffen und das Kalzium wird “nebenbei” von deiner Schildkröte aufgenommen. Auch ist es möglich Eierschalen (achte dabei auf die Entfernung der Kennnummer und nehme am besten nur Bio-Eier) zu zerstampfen oder gemahlene Muschelschalen zu verteilen. Was deine Schildkröte letzten Endes am liebsten mag, musst Du herrausfinden. Als direktes Nahrungsmittel können auch Eierschalen und Muschelschrot herhalten, aber auch Sepiaschalen werden sehr gerne von Schildkröten gefressen.

Versuche unterschiedliche Arten der Kalkzufuhr. Probieren geht über studieren.

Und keine Sorge, deine Schildkröte weiß genau, wann sie zu wenig und wann zu viel Kalzium zu sich genommen hat. Sie wird sich demnach ganz von selber über das Kalkangebot hermachen, oder eben nicht. Vor einer Überfütterung mit Kalziumkarbonat brauchst du keine Angst zu haben.

Und wo bekomme ich das Kalk nun her?

Ich habe Dir nun eine Liste zusammengestellt, in der Du verschiedene Kalkprodukte online kaufen kannst. Die Eierschalen besorgst du am besten offline. Aber auch die hier aufgelisteten Produkte findest du in jeder gutsortieren Zoohandlung oder sogar in einem Gartencenter.

SepiaschalenDolomitkalkMuschelkalk
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schildkroetengehege dolomitkalk


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